Wie sicher und nützlich dein Smartphone bleibt, hängt von seiner Software ab. Updates schliessen Sicherheitslücken, erhalten die Kompatibilität mit Apps und bringen manchmal neue Funktionen. Irgendwann erhält jedoch jedes Modell sein letztes Update.
Wenn du ein Smartphone fünf Jahre lang als Hauptgerät nutzen willst, brauchst du während der gesamten Zeit verlässliche Sicherheitsupdates. Das ist mit Android-Smartphones und iPhones möglich. Entscheidend ist das konkrete Modell: wann es auf den Markt kam, welche Updates der Hersteller zusagt, wie sie auf das Gerät gelangen und ob sich der Akku austauschen lässt. Wir zeigen dir, wie du diese vier Punkte bei jedem Smartphone prüfst – auch bei einem refurbished Smartphone.
In der Werbung für Smartphones werden Firmware-, Software- und Betriebssystem-Updates oft gleichgesetzt. Tatsächlich sind es sechs unterschiedliche Bereiche. Eine Update-Zusage kann für einige davon gelten, für andere nicht.
Die Dauer des Supports, die Zahl der grossen Upgrades und der Update-Takt sind drei verschiedene Zusagen. Vier grosse Upgrades und sechs Jahre Sicherheitsupdates ergeben normalerweise nicht zehn Jahre Support – die Zeiträume überschneiden sich. Die bei Auslieferung installierte Android-Version zählt nicht als Upgrade, wie OnePlus für die 13er-Serie klargestellt hat.
Auch vorsichtiges Verhalten ersetzt nicht jedes Sicherheitsupdate. Zwei dokumentierte Fälle zeigen, warum.
Im März 2023 dokumentierte Googles Project Zero vier schwerwiegende Sicherheitslücken in einem Exynos-Modemchip. Für einen Angriff genügte die Telefonnummer; die betroffene Person musste nichts antippen. Das Pixel 6 und das Pixel 7 erhielten mit dem März-Update Korrekturen. Ebenfalls 2023 entdeckte Citizen Lab BLASTPASS. Bei diesem Zero-Click-Angriff wurde Spionagesoftware auf ein iPhone mit iOS 16.6 eingeschleust, ohne dass die betroffene Person etwas antippen musste. Apple arbeitete mit dem Forschungsteam zusammen und veröffentlichte Korrekturen.
Auch die neueste Software ist nicht gegen bisher unbekannte Schwachstellen gefeit. Eine Korrektur hilft erst, wenn sie auf deinem Smartphone ankommt. Sowohl iOS als auch Android hatten schon gravierende Sicherheitslücken. An deren Zahl allein lässt sich kaum ablesen, welche Plattform sicherer ist. Denn wie stark Nutzer:innen Sicherheitslücken ausgesetzt sind, wie viel Aufmerksamkeit Forschende ihnen widmen und wann Korrekturen erscheinen, ist je nach Plattform verschieden. Entscheidend ist, ob der Hersteller dein konkretes Modell weiterhin mit Korrekturen versorgt.
Updates schliessen bekannte Sicherheitslücken. Wie gut dich fünf Jahre Support schützen, lässt sich nicht allgemeingültig in Prozent beziffern. Selbst ein noch unterstütztes Smartphone kann durch Phishing, ein Sicherheitsproblem bei einem Konto oder einen ganz neuen Exploit kompromittiert werden. Wenn der Support endet, fällt ein Smartphone nicht über Nacht aus. Korrekturen für künftige Sicherheitslücken bekommt es dann aber nicht mehr auf verlässlichem Weg.
Diese Einschätzungen sind Faustregeln, keine Messergebnisse.
Eine weitere jährliche Überarbeitung des Designs bringt dir bei Anrufen, Nachrichten, Navigation und Surfen wenig sichtbaren Mehrwert. Wichtiger können Funktionen für Barrierefreiheit, die Kontrolle über App-Berechtigungen und Zuverlässigkeit sein. Frag dich deshalb, welche deiner Aufgaben du nach einem Update auf deinem Handy besser erledigen kannst.
Die folgende Rechnung basiert auf erfundenen Zahlen, nennt keine Währung und berücksichtigt keinen Wiederverkaufswert. Wenn du ein Handy für 600 nach drei Jahren ersetzt, kostet es dich 200 pro Jahr. Nutzt du es fünf Jahre und zahlst einmal 100 für eine Reparatur, kommst du auf 140 pro Jahr – 30 % weniger als beim Austausch nach drei Jahren. Ein teureres Handy für 800 kostet dich bei fünf Jahren Nutzung und derselben Reparatur 180 pro Jahr. Der höhere Kaufpreis schmälert also den Kostenvorteil. Zusätzliche Update-Jahre zahlen sich nur aus, wenn du das Handy länger nutzt oder weitergibst.
Bei iPhones und Android-Smartphones unterscheiden sich die Zuständigkeiten und die Wege, auf denen Korrekturen bei dir ankommen. Keines der beiden Systeme ist von vornherein im Vorteil.
Beim iPhone gibt es einen einheitlichen Update-Weg, bei Android unterschiedliche Zusagen und mehrere Wege für die Auslieferung. Der Takt der Sicherheitsupdates kann wichtiger sein als das letzte Support-Jahr: Samsung listet im Oktober 2026 die Galaxy-S24-Reihe mit monatlichen und die Galaxy-S22-Reihe mit vierteljährlichen Sicherheitsupdates.
Kein Update kann fehlende Funktechnik nachrüsten, physischen Verschleiss rückgängig machen oder die Kompatibilität mit künftigen Netzen und Zubehör garantieren. Wenn du vor allem Messenger- und Authentifizierungs-Apps brauchst, sind Updates trotzdem nützlich. Was künftige KI-Funktionen bieten, bleibt bis zu ihrer Veröffentlichung offen.
Massgeblich ist das Modell, nicht die Marke. Herstellerzusagen gelten nur für die genannten Modelle, nicht für alle Smartphones einer Marke.
Bei den meisten Sieben-Jahre-Zusagen liegt das Ende noch in der Zukunft. Ob die Hersteller sie über die volle Laufzeit erfüllen, ist daher noch nicht belegt. Welche Updates gerade verteilt werden, erfährst du im Update-Ratgeber für Pixel und Galaxy.
Apple gibt jedes Jahr bekannt, auf welchen iPhones sich die neue iOS-Version installieren lässt. Die Listen dokumentieren die bisherige Unterstützung, sind aber keine Zusage für kommende Jahre. Ein festes Support-Ende für einzelne Modelle veröffentlicht Apple nicht.
Diese Update-Bilanz reicht weit zurück: Das iPhone 13 kam 2021 auf den Markt und kann 2026 iOS 27 installieren. Fünf Jahre mit grossen Updates sind damit belegt. Bei den Sicherheitsupdates vom September 2026 führt Apple iOS 27.0.1 für das iPhone 11 und neuere Modelle sowie Wartungsupdates für ältere Versionen auf.
Laut Apple werden bei älteren iOS-Versionen nicht alle bekannten Sicherheitslücken geschlossen. Manche Korrekturen setzen eine neuere Systemarchitektur voraus. Welche iPhones Updates für ältere iOS-Versionen erhalten, kann sich von Veröffentlichung zu Veröffentlichung ändern. Apple hat ausserdem die iOS-Versionsnummerierung geändert. Aus dem Abstand zwischen zwei Versionsnummern lässt sich deshalb nicht ablesen, wie viele jährliche Upgrades es gab.
Apples Erklärung für Grossbritannien nennt für das iPhone 15 Pro Max mindestens fünf Jahre Sicherheitsupdates ab dem 22. September 2023. Das ist eine regionale Mindestzusage, keine Zusage für fünf grosse Upgrades. Orientiere dich an der bisherigen Update-Bilanz, aber leite daraus kein festes Support-Ende ab. Mehr zum Kauf findest du im Ratgeber zu refurbished iPhones.
Die Update-Frist beginnt normalerweise mit dem Marktstart oder der ersten Auslieferung, nicht mit deinem Kauf. Bei Pixel-Smartphones zählt Google die Update-Jahre ab der ersten Verfügbarkeit im US-amerikanischen Google Store. Kaufst du ein Modell drei Jahre nach Marktstart, beginnt seine siebenjährige Frist deshalb nicht von vorn.
Aus Googles Zusagen und den Erscheinungsterminen lässt sich die verbleibende Update-Zeit berechnen. Das Pixel 6 kam im Oktober 2021 auf den Markt. Seine fünf Jahre enden damit im Oktober 2026. Das Pixel 8 erschien im Oktober 2023. Seine sieben Jahre reichen bis Oktober 2030 – bei einem Kauf im Oktober 2026 bleiben etwa vier Jahre. Das Pixel 9a erschien im April 2025. Seine sieben Jahre reichen bis April 2032; im Oktober 2026 bleiben etwa fünfeinhalb Jahre. Die genannten Enddaten sind aus Googles Update-Zusagen errechnet. Google sagt nicht zu, dass an diesen Tagen jeweils das letzte Update erscheint.
Ein refurbished Smartphone wurde professionell geprüft, gereinigt und so aufbereitet, dass es von Neuware kaum zu unterscheiden ist. Bei refurbed bekommst du bei jedem Kauf mindestens 12 Monate Garantie und 30 Tage Rückgaberecht. Ein neuer Akku kann den Zustand verbessern. Weder ein neuer Akku noch ein erst kürzlich erfolgter Kauf lassen die Update-Frist des Herstellers von vorn beginnen. Berechne daher die verbleibenden Update-Jahre, bevor du Preise vergleichst. Teste anschliessend deine wichtigsten Apps und prüfe Akku, Speicherplatz und Reparaturmöglichkeiten. Mehr dazu liest du im Artikel über die Vorstellung neuer Modelle bei den einzelnen Marken und im Ratgeber für refurbished Smartphones.
Langer Software-Support bringt dir nur etwas, wenn auch die Hardware so lange nutzbar bleibt. Apples Entwicklungsziel: Der Akku des iPhone 14 und älterer Modelle soll nach 500 vollständigen Ladezyklen noch 80 % seiner ursprünglichen Kapazität haben. Für das iPhone 15 und neuere Modelle gilt dieser Zielwert nach 1.000 Zyklen – jeweils unter idealen Bedingungen. Das sind Zielwerte für Ladezyklen, keine Garantie für eine bestimmte Lebensdauer in Jahren. Nutzung und Temperatur beeinflussen, wie viel Akkukapazität erhalten bleibt.
Wenn dein Handy langsam ist, prüfe den Akku, bevor du ein Update dafür verantwortlich machst. Achte dabei auch auf eine mögliche Aufblähung und kläre, wie sich der Akku austauschen lässt. Prüfe ausserdem, ob der Speicherplatz knapp ist, ob Bauteile beschädigt sind, ob sich Apps geändert haben und welche Build-Version der Software installiert ist. Lässt sich ein Problem reproduzieren, das unmittelbar nach einem Update begann, notiere Modell, Build-Nummer und Symptome. Halte dann nach einem Korrekturupdate Ausschau.
2024 argumentierte OnePlus, damals noch mit einer kürzeren Update-Zusage, dass lange Softwareunterstützung an Wert verliert, wenn die Hardware verschleisst. Fairphone antwortete: Austauschbare Akkus sollten mit langen Update-Zusagen einhergehen. Beide Unternehmen verfolgen dabei eigene wirtschaftliche Interessen. Zugleich verweisen sie auf dieselbe Faustregel: Software-Support und reparierbare Hardware sollten für die gleiche geplante Nutzungsdauer ausgelegt sein.
Die Ökobilanz des Fraunhofer IZM für das Fairphone 4 prognostizierte einen jährlich um 31 % geringeren CO₂-Fussabdruck bei fünf statt drei Jahren Nutzung. Bei sieben Jahren Nutzung mit zwei Akkuwechseln lag der prognostizierte Wert um 44 % unter dem Wert bei drei Jahren. Fairphone gab die Studie in Auftrag; sie betrachtet Szenarien für ein einziges Modell. Die Ergebnisse sind nicht allgemeingültig und zeigen nicht die Wirkung von Updates allein.
Schon ein Schwachpunkt kann schwerer wiegen als die beworbene Anzahl der Update-Jahre. Sobald du das Handy nutzt, halte ein Backup bereit, mit dem du deine Daten wiederherstellen kannst. Installiere Sicherheitsupdates zeitnah und teste deine wichtigsten Apps nach einem grossen Upgrade. Wenn du dauerhaft eine alte Softwareversion nutzt, verzichtest du auf Wartung.
Ersetze dein Handy, wenn der Support endet, eine benötigte App oder Funktion nicht mehr verfügbar ist, die Zuverlässigkeit nachlässt oder Reparaturen sich nicht mehr lohnen. Die Ankündigung einer neuen Version allein ist kein triftiger Grund für einen Wechsel. Mit diesen Kriterien im Blick kannst du dir refurbished iPhones, Samsung-Galaxy-Smartphones, Google-Pixel-Smartphones und OnePlus-Smartphones ansehen.
Wie lange bekommen iPhones Software-Updates? Beim iPhone 13 sind bislang fünf Jahre belegt: Es kam 2021 auf den Markt und kann 2026 iOS 27 installieren. Apple gibt für einzelne Modelle kein festes Support-Ende an. Du kannst dich an der bisherigen Bilanz orientieren, aber sie ist keine Zusage für die Zukunft.
Wie lange bekommen Android-Handys Updates? Je nach Modell sagen die Hersteller vier bis sieben grosse Upgrades und fünf bis acht Jahre Sicherheitsupdates zu. Für das Pixel 8 und neuere Pixel-Modelle sind sieben Jahre Betriebssystem- und Sicherheitsupdates zugesagt. Für das Galaxy S24 sind sieben Betriebssystemgenerationen und sieben Jahre Sicherheitsupdates zugesagt.
Verlangsamen Software-Updates ältere Handys? Nicht grundsätzlich. Es gibt auch keine Belege dafür, dass Updates ältere Handys absichtlich verlangsamen sollen. Ein verschlissener Akku kann die Spitzenleistung begrenzen. Auch ein voller Speicher oder anspruchsvollere Apps spielen eine Rolle. Prüfe zuerst Akku und Speicherplatz.
Was passiert, wenn ein Handy keine Updates mehr bekommt? Es funktioniert weiter. Korrekturen für neue Sicherheitslücken bleiben jedoch aus. Manche Dienste prüfen ausserdem, wie aktuell das letzte Sicherheitsupdate deines Handys ist. Plane einen Austausch und nutze sensible Anwendungen bis dahin nur eingeschränkt.
Funktionieren deine Banking-Apps nicht mehr, sobald die Updates enden? Nicht automatisch: Jede App hat eigene Prüfkriterien. Ab Android 13 können Banking- oder Zahlungs-Apps, die die strenge Integritätsbewertung von Play Integrity verwenden, ein Sicherheitsupdate voraussetzen, das vor weniger als einem Jahr veröffentlicht wurde. Viele andere Apps akzeptieren deutlich ältere Software: Stand Oktober 2026 unterstützt WhatsApp Android 6 und neuer.
Lohnt sich ein älteres refurbished Smartphone noch? Ja, wenn der verbleibende Support deine geplante Nutzungsdauer abdeckt. Kaufst du im Oktober 2026 ein Pixel 8, bleiben etwa vier Jahre der zugesagten Update-Zeit. Beim Pixel 6 ist diese Zeit dann fast vorbei. Vergleiche zuerst die verbleibenden Update-Jahre und dann den Preis.
Prüfe das Modell und rechne aus, wie viele Update-Jahre noch bleiben. Wähle dann den Produktzustand, der zu dir passt. Bei refurbed bekommst du bei jedem Kauf mindestens 12 Monate Garantie und 30 Tage Rückgaberecht.
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