Im September folgten innerhalb weniger Tage drei Meldungen zur Smartphone-Software aufeinander. Google stellte die neue Gemini-Anruffunktion „Call for Me“ für das Pixel 11 vor und veröffentlichte Android 17 QPR1 samt Sicherheitspatch für Pixel-Smartphones. Samsung begann, One UI 9 für das Galaxy S26 auszurollen. Die Schlagzeilen erwecken den Eindruck, alle drei Neuerungen seien bereits fertig. Ganz so weit ist es noch nicht.
Bei Google und Samsung umfasst eine Ankündigung fast immer mehr, als auf einem bestimmten Smartphone zu einem bestimmten Zeitpunkt schon verfügbar ist. Für die Wahl deines nächsten Smartphones ist dieser Unterschied wichtiger als jede einzelne Funktion – ob du neu, gebraucht oder refurbished kaufst.
Bittest du Gemini, ein Restaurant, eine Werkstatt oder eine Klinik anzurufen, bereitet es den Anruf vor, bevor es die Nummer wählt. Du kannst prüfen, welches Unternehmen Gemini anrufen will, welche Nummer es wählen wird und was es sagen möchte. Erst nach deiner Freigabe ruft Gemini an. Zu Beginn des Gesprächs stellt sich Gemini als Google-KI-Assistent vor und sagt, dass es in deinem Auftrag anruft. Dabei nennt es deinen Namen und weist darauf hin, dass das Gespräch aufgezeichnet wird.
Du kannst den Anruf abbrechen, solange noch keine Verbindung steht. Sobald das Gespräch läuft, kannst du im Live-Transkript mitlesen, mithören oder es jederzeit selbst übernehmen. Laut Google kann „Call for Me“ Öffnungszeiten und Warenverfügbarkeit erfragen, Preisangebote einholen, Reservierungen und Termine buchen oder verwalten, automatische Telefonmenüs durchlaufen und in der Warteschleife bleiben. Gemini nutzt für den Anruf deine eigene Rufnummer und dein Mobilfunknetz. Ein Unternehmen kann Anrufe von Gemini grundsätzlich ablehnen.
„Call for Me“ ist derzeit auf geeigneten Geräten verfügbar: dem Pixel 11, dem Pixel 11 Pro, dem Pixel 11 Pro XL und dem Pixel 11 Pro Fold. Die Funktion wählt ausschliesslich US-Rufnummern.
Ein Pixel 11 allein reicht nicht, um „Call for Me“ zu nutzen. Google schaltet „Call for Me“ schrittweise frei. Dabei musst du alle Voraussetzungen gleichzeitig erfüllen: Du musst mindestens 18 Jahre alt sein und dich in den USA aufhalten. Ausserdem brauchst du eine US-SIM und ein Google-AI-Abo. Du musst an der öffentlichen Beta von Phone by Google teilnehmen, die aktuelle Gemini-App nutzen und Englisch als Gerätesprache eingestellt haben. Selbst dann ist nicht sicher, ob du an einem bestimmten Tag Zugriff hast.
Für Anrufe gilt zudem eine feste Obergrenze pro Tag. Laut Google kann Gemini keine Notrufe absetzen, keine Zahlungen abschliessen und weder Passwörter noch Zahlungsdaten oder Gesundheitsinformationen weitergeben. Google speichert die Transkripte auf seinen Servern. Die Audioaufnahme bleibt ausschliesslich im lokalen Anrufverlauf deines Smartphones. Beides wird Google zufolge nicht zum Training seiner KI-Modelle genutzt.
In einem eigenen Test wirft WIRED Fragen auf, die noch offen sind: Wie kommt die Funktion mit Akzenten oder Lärm in einem Geschäft zurecht? Was passiert, wenn ein Unternehmen bei einem KI-Anruf auflegt? Ein Sprecher von Google erklärte, gerade um solche Unterschiede gehe es bei dem Experiment.
Im September erhielten alle unterstützten Pixel-Modelle auch Android 17 QPR1. Mit Gemini hat das Update nichts zu tun. Laut Versionshinweisen behebt es 20 Funktionsfehler. Dazu gehören Probleme beim Ein- und Ausschalten von WLAN und Bluetooth auf bestimmten Pixel-10-Modellen, ein Absturz der Kamera-App auf dem Pixel Tablet, Ruckler beim Spielen und Widgets, die nach einem Neustart verschwinden. Nicht jede Korrektur betrifft jedes Modell. Prüfe deshalb die Versionshinweise für dein Pixel, statt davon auszugehen, dass alle 20 Korrekturen dein Gerät betreffen.
Wichtiger als die Fehlerbehebungen ist der Sicherheitspatch. Laut Googles Sicherheitsbulletin schliesst der Patch-Stand 2026-09-05 oder neuer mehrere Sicherheitslücken. Dazu gehört CVE-2026-58704, eine als schwerwiegend eingestufte Sicherheitslücke im Modem. Google spricht von „Hinweisen auf eine begrenzte, gezielte Ausnutzung“. Das ist weniger weitreichend als ein grossflächiger Angriff. Dennoch ist der Sicherheitspatch in dieser Update-Welle das Einzige, dessen Verfügbarkeit nicht von der Region, dem Kontotyp oder der Betateilnahme abhängt. Alle unterstützten Pixel-Modelle können ihn installieren – ältere ebenso wie neue.
Für „Call for Me“ brauchst du ein Abo und eine US-SIM. Für den Sicherheitspatch genügt es, das Update zu starten.
Mit dem September Pixel Drop kündigte Google auch eine Überarbeitung von Pixel VIPs an. Über das neu gestaltete Widget kannst du direkt Anrufe starten, Nachrichten schreiben und zwischen Kontakten wechseln. Ungelesene Nachrichten werden markiert. Bis zum 21. September stiessen Testpersonen im Play Store auf die aktualisierte App. Kontaktprofile öffneten sich darin nun als eigene Seite statt im bisherigen Schnellzugriffsfeld.
Das neue Startbildschirm-Widget, der Kern der Ankündigung, war bei den Testpersonen zunächst nicht zu sehen. Erst drei Tage später, am 24. September, erschien es durch eine serverseitige Freischaltung auf genau einem ihrer Geräte. Ein Android- oder App-Update auf deinem Smartphone bedeutet noch nicht, dass alle zugehörigen Funktionen schon aktiv sind. Solche Funktionen müssen zusätzlich serverseitig für dein Konto freigeschaltet werden – und das kann später passieren.
Pixel VIPs zeigt im Kleinen denselben Ablauf wie „Call for Me“: Erst kommt die Ankündigung, dann wird die Funktion schrittweise freigeschaltet – oft langsamer, als Schlagzeilen vermuten lassen.
Für das Pixel 6 und das Pixel 6 Pro garantiert Google fünf Jahre Betriebssystem- und Sicherheitsupdates ab der Markteinführung im Oktober 2021. Die Update-Garantie gilt noch, nähert sich aber ihrem Ende. Darum lohnt es sich, in den Einstellungen deines Smartphones nachzusehen, statt anzunehmen, dass der Sicherheitspatch auch im nächsten Jahr noch von der Garantie abgedeckt ist.
Das ist kein Grund, ein noch funktionierendes Pixel 6 zu ersetzen. Du solltest aber rechtzeitig wissen, wie es bei deinem Smartphone mit Updates aussieht. Das Pixel 9 und das Pixel 10 sind dagegen noch weit vom Ende ihrer garantierten Update-Zeiträume entfernt. Beide erhalten denselben September-Patch und die für das jeweilige Modell vorgesehenen Korrekturen aus Android 17 QPR1 – ohne diese Ungewissheit. Wenn du ein Pixel 6 ersetzen möchtest, solltest du das mitbedenken.
Das Ende einer Update-Garantie heisst nicht, dass ein fünf Jahre altes Flaggschiff von einem Tag auf den anderen nicht mehr funktioniert. Die Gewissheit, dass Updates noch garantiert sind, ist für sich genommen etwas wert – besonders bei einem Smartphone, das du erst kaufen willst, und weniger bei einem, das du bereits besitzt.
Am 16. September startete Samsung die Verteilung der stabilen Version von One UI 9 auf Basis von Android 17 für die Galaxy-S26-Reihe. Zunächst wurde eine Version in Südkorea bestätigt. Die Liste der Neuerungen ist lang: My FanCam wählt in einem bereits aufgenommenen Video eine Person aus und richtet den Bildausschnitt auf sie aus. Now Brief bündelt Karten zu Gesundheit, Wetter und Terminen. In Nachrichten schlägt Now Nudge den nächsten Schritt vor. Warranty and Care zeigt in den Einstellungen den Garantieumfang und Diagnosefunktionen an. Der neue Security Brief weist auf Apps im Hintergrund hin, die möglicherweise Berechtigungen anfordern, die sie nicht brauchen.
Der Start der Verteilung heisst allerdings noch nicht, dass das Update überall verfügbar ist. Wenige Tage später strich Samsung einen konkreten Termin für Thailand aus seinem eigenen Update-Zeitplan. In mehreren anderen Märkten berichteten Personen mit einem Galaxy S26, dass bei ihnen am 21. September noch kein Update angekommen war. Ob du My FanCam oder Now Brief nutzen kannst, hängt zudem von deinem Konto, der Sprache, der Region und den Apps ab, die du verknüpft hast – nicht nur von deinem Smartphone.
Wichtiger als jede einzelne Funktion des Galaxy S26 ist für deine Kaufentscheidung, dass One UI 9 auch auf andere Modelle kommt. Die Galaxy-AI-Funktionen, die erstmals auf dem Z Fold8 und dem Z Flip8 erschienen, kommen auch auf das Galaxy S25, das Galaxy Z Fold7 und das Galaxy Z Flip7. Dasselbe gilt für die bereits mit One UI 8.5 eingeführten Verbesserungen. Bereits verkaufte Smartphones erhalten beides kostenlos mit demselben Softwareupdate.
Das macht beim Kauf mehr aus, als es zunächst klingt. Mit dem Update rückt das Vorjahresmodell bei der Software deutlich näher an das neue Galaxy S26 heran. Die Hardwareunterschiede zwischen dem Galaxy S25 und dem Galaxy S26 bleiben bestehen. Der Softwarevorsprung, mit dem üblicherweise der Aufpreis für „das diesjährige Modell“ begründet wird, schrumpft jedoch erheblich, sobald das Vorjahres-Flaggschiff dasselbe Update erhält.
Wann es so weit ist, hängt wie beim Galaxy S26 von Markt und Modell ab. Am Grundsatz ändert das nichts: Mit dem Vorjahres-Flaggschiff bist du nicht auf die Software des Vorjahres festgelegt.
Die drei Meldungen zeigen dasselbe: Funktionen wie „Call for Me“ und My FanCam machen Schlagzeilen. Ob du sie nutzen kannst, hängt aber fast immer vor allem von Region, Konto, Abo oder Betateilnahme ab. Für den Sicherheitspatch gelten solche Zugangshürden nicht. An seinem Stand erkennst du, wie gut ein Smartphone derzeit durch Sicherheitsupdates geschützt ist.
Bevor du wegen einer neuen Funktion zum neuesten Modell greifst, prüfe lieber zwei Dinge. Vergleiche das Datum des aktuellen Sicherheitspatches (Einstellungen > Über das Telefon) mit dem Monat im Sicherheitsbulletin von Google oder Samsung für das jeweilige Modell. Prüfe ausserdem, wie viel vom garantierten Update-Zeitraum ungefähr noch übrig ist. Beides gilt für neue und refurbished Smartphones gleichermassen.
Gerade die verbleibende Update-Zeit ist ein Grund, refurbished Smartphones in den Vergleich einzubeziehen. Ein refurbished Smartphone wird fachgerecht geprüft, gereinigt und wiederaufbereitet – es wird nicht einfach als Gebrauchtgerät weiterverkauft. Der Prüfbericht des Händlers und die Zustandsbewertung zeigen dir, in welchem Zustand das Smartphone äusserlich ist. Am Patch-Stand erkennst du, wie aktuell seine Sicherheitsupdates sind. Wer für den Zugang zu einer Funktion ab dem ersten Tag mehr zahlt, bekommt weniger Gewissheit, als der Aufpreis vermuten lässt, wenn sie nur einem kleinen Teil der US-Konten offensteht oder ohnehin auch auf dem Vorjahresmodell erscheint.
Ist Gemini „Call for Me“ auch ausserhalb der USA verfügbar? Nein. Die Funktion wählt derzeit ausschliesslich US-Rufnummern an. Selbst in den USA wird der Zugang schrittweise freigeschaltet: Du brauchst ein Pixel-11-Modell, eine US-SIM, ein Google-AI-Abo und die Teilnahme an der Phone-by-Google-Beta. Deshalb haben auch dort noch nicht alle mit einem Pixel 11 Zugriff.
Bekommt mein Pixel 9 oder mein Pixel 10 ebenfalls das September-Update? Ja. Neben dem Pixel 11 erhalten auch das Pixel 9 und das Pixel 10 das Update auf Android 17 QPR1 und den zugehörigen Sicherheitspatch. Prüfe die Versionshinweise für dein Modell: Nicht jede der 20 Fehlerbehebungen betrifft jedes Gerät. In der Smartphone-Auswahl von refurbed siehst du, welche Generationen derzeit refurbished erhältlich sind.
Was ist CVE-2026-58704 und muss ich mir Sorgen machen? Es handelt sich um eine Sicherheitslücke im Modem. Laut Google gibt es Hinweise auf eine begrenzte, gezielte Ausnutzung. Du schliesst die Lücke, indem du den September-Sicherheitspatch installierst. Das gilt für jedes unterstützte Pixel-Modell, unabhängig von der Generation.
Bekommt mein Galaxy S25 oder mein Z Fold7 Funktionen aus One UI 9? Ja. Mit dem Update sollen beide Modelle dieselben Funktionen erhalten wie das Galaxy S26. Wann es ankommt, hängt weiterhin von Markt und Modell ab.
Wie prüfe ich vor dem Kauf eines refurbished Pixel- oder Galaxy-Smartphones den Sicherheitspatch-Stand? Öffne Einstellungen > Über das Telefon. Vergleiche das dort angegebene Datum mit dem Monat, den Google oder Samsung auf der Sicherheitsbulletin-Seite für dein Modell nennt.
Ob älteres oder neues Modell: Zu jedem Smartphone aus diesem Artikel bekommst du bei refurbed einen Prüfbericht vom Händler und eine transparente Zustandsbewertung von Gut bis Premium. Hinzu kommen mindestens 12 Monate Garantie und 30 Tage zum Ausprobieren, damit du prüfen kannst, ob es zu dir passt. Sieh dir den Patch-Stand und den verbleibenden Update-Zeitraum an. Wähle dann die Generation, die zu deinen Bedürfnissen passt – nicht die, die diesen Monat in den Schlagzeilen steht.
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