Samsung hat das Galaxy Tab S12+ und das S12 Ultra am 30. September 2026 vorgestellt. In ausgewählten Märkten beginnt der Verkauf am 7. Oktober. Bevor du eines der neuen Tablets kaufst, frag dich: Löst es ein Problem, das dein bisheriges Tablet nicht lösen kann?
Wenn dein Tab S10+ oder S11 Ultra noch gut funktioniert, lautet die Antwort oft: nein. Wir zeigen dir, was sich zwischen den Generationen geändert hat und welche Ergebnisse erste Tests liefern. Ausserdem vergleichen wir die S12-Modelle mit Apples iPads und erklären, warum sich vor dem Neukauf ein genauer Blick auf ein refurbished Vorgängermodell bei refurbed lohnt.
Das Galaxy Tab S12+ ist vor allem dann interessant, wenn du von einem älteren Tablet oder einem Einsteiger-Tablet umsteigst. Als Ersatz für ein Tab S10+, das noch alles Nötige kann, lohnt es sich weniger. Noch weniger spricht für den Wechsel vom S11 Ultra zum Galaxy Tab S12 Ultra: Der Grossteil der Hardware bleibt unverändert.
Das S12+ ist leichter und hat einen neueren Chip, einen grösseren Akku und ein überarbeitetes Kühlsystem. Das ist bei anspruchsvollem Multitasking und auf Reisen von Vorteil. Das Display wächst bei gleicher Auflösung allerdings nur um 0,2 Zoll. Es bleibt bei 45 W Ladeleistung und Wi-Fi 6E. Die rückseitige Ultraweitwinkelkamera des S10+ und die Air Actions zur Fernsteuerung per Bluetooth entfallen.
Wenn dein Tablet noch alles kann, was du brauchst, ist es meist klüger, es zu behalten oder stattdessen ein refurbished Modell zu kaufen. Solche Tablets werden professionell geprüft, gereinigt und wiederaufbereitet. Sie sind kaum von Neugeräten zu unterscheiden und kosten nur einen Bruchteil des Neupreises.
Samsungs eigene Zahlen zeigen, wo das S12+ gegenüber dem Tab S10+ zulegt – und wo nicht.
Chip: Der Dimensity 9500 ersetzt den Dimensity 9300+ des S10+ – ein Sprung um zwei Chipgenerationen.
Gewicht: Das Wi-Fi-Modell wiegt 553 g statt 571 g.
Akku: 10.600 mAh statt 10.090 mAh.
Display: 12,6 Zoll AMOLED mit 120 Hz statt 12,4 Zoll beim S10+ – bei gleicher Auflösung nur geringfügig grösser.
Rückkamera: Nur noch eine 13-MP-Kamera; die 8-MP-Ultraweitwinkelkamera des S10+ entfällt.
S Pen: Kein Bluetooth mehr – und damit keine Air Actions zur Fernsteuerung, die der Stift des S10+ unterstützt.
Laden und WLAN: Weiterhin 45 W und Wi-Fi 6E.
Das sind echte Verbesserungen – aber kein Grund, ein funktionierendes Tab S10+ zu ersetzen.
Das Tab S11 Ultra und das neue S12 Ultra unterscheiden sich fast nur beim Chip.
Display: Beide haben ein 14,6 Zoll grosses AMOLED-Display mit 120 Hz und 2.960 × 1.848 Pixeln.
Dicke und Gewicht: Beide sind 5,1 mm dünn und wiegen 692 g.
Akku: Beide haben einen Akku mit 11.600 mAh.
WLAN: Beide unterstützen Wi-Fi 7.
Chip: Im S12 Ultra steckt der Dimensity 9500, im S11 Ultra der Dimensity 9400+. Laut Samsung steigt die CPU-Leistung bei ausgewählten Aufgaben um bis zu 19 %, die GPU-Leistung um bis zu 17 % und die NPU-Leistung um bis zu 61 % – nicht in jeder App gleichermassen.
Wenn du schon ein S11 Ultra hast, würdest du den vollen Neupreis nur für diesen einen Unterschied zahlen.
PhoneArena hat das S12 Ultra mit dem S11 Ultra und dem iPad Pro mit 13 Zoll und M5 verglichen und erste Testergebnisse veröffentlicht. Die Ergebnisse stammen aus einer einzigen Redaktion – ein breiter Konsens sind sie nicht. Für die Akkuwerte war die Displayhelligkeit auf 200 Nit eingestellt. Alle Werte sind in derselben Reihenfolge angegeben: S11 Ultra, S12 Ultra, iPad Pro M5.
Geekbench 7, Single-Core: 2.082 / 2.782 / 3.593.
Geekbench 7, Multi-Core: 7.977 / 9.407 / 15.022.
Surfen im Web: 10 Std. 16 Min. / 10 Std. 10 Min. / 15 Std. 19 Min.
Videowiedergabe: 8 Std. 37 Min. / 9 Std. 00 Min. / 9 Std. 18 Min.
Zeit bis zur vollen Ladung: 96 Min. / 94 Min. / 115 Min.
Die CPU- und GPU-Leistung des S12 Ultra liegt deutlich über der des S11 Ultra, während die Akkulaufzeit nahezu gleich bleibt. Das iPad Pro mit M5 liegt in diesen konkreten Benchmarks deutlich vorn. Auf welchem Tablet deine Apps am besten laufen, zeigen die Zahlen jedoch nicht. Samsungs Angabe von bis zu 23 Stunden beruht auf lokal gespeicherten 720p-Videos unter Laborbedingungen. Mit dem Wert eines Konkurrenzgeräts bei gemischter Nutzung ist sie daher nicht vergleichbar.
Mit Samsung DeX kannst du die Grösse von Fenstern auf dem Tablet ändern und mit Tastatur und Maus arbeiten. Das ist praktisch, wenn du recherchierst, Nachrichten schreibst oder Büroaufgaben erledigst. Desktop-Programme laufen dadurch nicht plötzlich auf dem Tablet, selbst wenn die Oberfläche wie die eines Computers aussieht. Samsung selbst sagt, dass du für manche Spezialprogramme weiterhin einen Laptop brauchst.
Photoshop für Android-Tablets ist neben Notability, Clip Studio Paint und LumaFusion ein echter Zugewinn. Mit dem S12 bekommst du allerdings nur vier Monate Premium-Zugang zur mobilen Version. Das Angebot ist zunächst auf den Galaxy Store beschränkt. Photoshop selbst bleibt nicht dauerhaft dem S12 vorbehalten. Die Tablet-Version bietet ausserdem nicht denselben Funktionsumfang wie die Desktop-Version.
Eine schnellere NPU bringt dir etwas, wenn eine App ihre KI-Funktionen direkt auf dem Tablet ausführt. Bei Apps, die einen KI-Assistenten aus der Cloud nutzen, setzen dagegen deine Internetverbindung und dein Abo weiterhin die Grenzen – unabhängig davon, welcher Chip die lokalen Aufgaben übernimmt.
Wenn du nicht auf Samsung festgelegt bist, kommen auch Apples iPads als ernsthafte Alternative zu einem neuen S12 infrage. Procreate gibt es nur fürs iPad; Final Cut Pro und Pixelmator Pro bietet Apple auch auf dem iPad Air an. Auch wenn Samsungs App-Angebot besser wird, bleiben die Unterschiede zwischen den Ökosystemen bestehen.
MediaTek hat den Dimensity 9500 entwickelt, der im S12 steckt. Gefertigt wird der Chip bei TSMC im N3P-Verfahren, nicht bei Samsung. Dass Samsung auf dem Tablet steht, heisst also nicht, dass Samsung auch den Chip fertigt.
Bei N3P geht es um Leistung und Effizienz, nicht um eine Bewertung der Umweltbilanz. Auch bei dieser Strukturgrösse benötigt die Chipfertigung viel Strom, Wasser und Chemikalien. Um die Emissionen zu begrenzen, sind wirksame Massnahmen nötig – unabhängig davon, wie das Verfahren heisst.
Auch die Herstellung von Displays belastet die Umwelt. Apple legt in seinem Umweltbericht zum M5 für OLED- und LCD-Panels unterschiedliche Annahmen zu den CO₂-Emissionen zugrunde. Das zeigt: Ein hochwertiges Display kann bei der Herstellung einen grösseren CO₂-Fussabdruck haben. Wie hoch er bei Samsungs Panel ist, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Samsung nennt für ausgewählte Bauteile des S11 Ultra folgende recycelte Materialien: Kunststoff, Aluminium, Seltene Erden, Kupfer und Stahl. Das Verpackungspapier ist laut Samsung vollständig recycelt – für das ganze Tablet gilt diese Angabe nicht. Für das iPad Pro mit M5 und das iPad Air mit M4 gibt Apple einen Recyclinganteil von 30 % des Gewichts an. Laut Apple sind das Aluminium der Gehäuse und das Kobalt der Akkus vollständig recycelt, das Lithium in den Akkus zu 95 %. Samsung hat ausserdem nach eigenen Angaben den Einsatz von Einwegplastik in Verpackungen für Mobilgeräte gesenkt. Zehn Produktionsstandorte haben laut Samsung eine „Zero Waste to Landfill“-Zertifizierung. Das sind Fortschritte – aber kein Beleg dafür, dass sämtliche Zulieferer ohne Umweltbelastung produzieren.
Für das S12 liegen bislang keine entsprechenden Unterlagen vor.
Die Werte sind modellierte Schätzungen für unterschiedliche Ausstattungen und Absatzmärkte; auch die Berechnungsmethoden unterscheiden sich. Sie lassen sich nicht wie Messwerte direkt vergleichen und zeigen keinen stetigen Rückgang des CO₂-Fussabdrucks von einer Samsung-Generation zur nächsten.
Tab S10+ (SM-X828U): 170,95 kg CO₂e über einen modellierten Lebenszyklus von vier Jahren, Vertrieb in den USA.
Tab S11 Ultra (5G, 256 GB): 140,53 kg CO₂e bei Vertrieb in Grossbritannien, ebenfalls über einen modellierten Lebenszyklus von vier Jahren.
iPad Pro 13 Zoll M5 (Mobilfunk, 256 GB): 120 kg CO₂e, US-Konfiguration.
iPad Air 13 Zoll M4 (Mobilfunk, 128 GB): 89 kg CO₂e, US-Konfiguration.
Galaxy Tab S12+ und S12 Ultra: Für keines der beiden Modelle liegt bislang ein verifizierter Wert vor.
Samsung ordnet beim Tab S11 Ultra der Herstellung rund 117,2 kg CO₂e zu – etwa 83 % der insgesamt 140,53 kg CO₂e. Das spricht dafür, ein noch funktionierendes Tablet weiterzunutzen: Der grösste Teil seines CO₂-Fussabdrucks ist schon entstanden, bevor du es zum ersten Mal einschaltest.
Ähnlich sieht es bei der Reparierbarkeit aus. Für das S12 liegt bislang kein unabhängig verifizierter Teardown vor. Microsoft dokumentiert dagegen in seinen eigenen Serviceunterlagen, wie sich beim Surface Pro der 12. Edition mit 13 Zoll SSD, Akku, Display, Anschlüsse und Kameras austauschen lassen. Damit lässt sich eine Reparatur konkret planen. Wenn dir Reparierbarkeit wichtig ist, lohnt sich ein Blick auf ein refurbished Surface Pro.
Welche Wahl für dich sinnvoller ist, hängt davon ab, wie du dein Tablet nutzt.
Für alltägliche Android-Aufgaben, Notizen und Medien reichen ein refurbished Tab S10+ oder ein Tab S11 Ultra aus.
Wenn du auf einem besonders grossen Android-Display zeichnen oder anspruchsvolle Aufgaben parallel erledigen willst, ist ein vergünstigtes refurbished Tab S11 Ultra die bessere Wahl als ein neues S12 Ultra. Beim neuen Modell zahlst du den vollen Preis für einen verbesserten Chip.
Für kreative Arbeit mit Procreate, Final Cut oder ähnlichen Programmen ist ein refurbished iPad Pro die bessere Wahl als eines der beiden Samsung-Tablets.
Wenn du ein einziges Gerät brauchst, auf dem auch Desktop-Software läuft, kommt ein refurbished Surface Pro infrage. Prüfe vorher, ob deine Programme auf seinem Arm-basierten Chip laufen.
Wenn dir die Umweltbilanz am wichtigsten ist, lautet die Empfehlung auf Basis der Zahlen oben immer gleich: Nutze dein Tablet weiter oder kaufe ein refurbished Gerät, das schon jemand anderes genutzt hat. Die Herstellung verursacht den grössten Teil des CO₂-Fussabdrucks eines Tablets. Bei einem funktionierenden Gerät ist diese Belastung bereits angefallen.
Lohnt es sich noch, das Galaxy Tab S11 Ultra zu kaufen, seit es das S12 Ultra gibt?
Für die meisten ja. Display, Akku, Speicheroptionen und WLAN-Generation sind beim S11 Ultra und S12 Ultra gleich. Nur im S12 Ultra steckt ein neuerer Chip. Ein refurbished S11 Ultra kostet spürbar weniger.
Was hat sich beim S12+ gegenüber dem S10+ geändert?
Es ist leichter und hat einen neueren Chip, den Dimensity 9500. Der Akku ist grösser und die Kühlung besser. Dafür entfallen die rückseitige Ultraweitwinkelkamera des S10+ und die Air Actions des S Pen zur Fernsteuerung per Bluetooth.
Hat das Galaxy Tab S12 AirDrop?
Das ist nicht bestätigt. Auf einigen Geräten unterstützen Samsung und Google grundsätzlich den Dateiaustausch zwischen Quick Share und AirDrop. Auf Samsungs S12-Produktseite steht jedoch nur, dass du Links mit iOS-Geräten teilen kannst – von einer direkten Übertragung ist dort nicht die Rede. Verlass dich erst darauf, wenn du die Funktion mit der ausgelieferten Software geprüft hast.
Ist ein refurbished Tablet für die Umwelt tatsächlich besser als ein neues S12?
Im Allgemeinen ja. Auf die Herstellung entfallen rund 83 % des CO₂-Fussabdrucks über den Lebenszyklus eines Tablets. Wenn du dein Tablet weiter nutzt oder ein bereits hergestelltes Gerät kaufst, vermeidest du den Grossteil dieser Belastung. Für das S12 selbst liegt noch kein verifizierter Wert vor, mit dem sich das direkt vergleichen liesse.
Egal, welches Tablet zu deinem Alltag passt: Bei refurbed bekommst du es refurbished und professionell geprüft – mit Garantie. Du zahlst deutlich weniger als für ein neues Tablet und bewahrst ein Gerät vor der Entsorgung.
Jedes Tablet hat mindestens 12 Monate Garantie und ein Rückgaberecht. So kannst du es risikofrei ausprobieren, bevor du dich entscheidest.
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