Drei echte Generationen von Vorwerks Küchenmaschine sind noch im Umlauf: TM31, TM5 und TM6. Produziert wird allerdings nur noch das neueste Modell. Vielleicht besitzt du schon eines davon und fragst dich, ob sich der Umstieg auf eine jüngere Version lohnt. Oder du startest ganz neu und willst wissen, was sich vom ältesten bis zum neuesten Thermomix verändert hat.
Ein kurzer Hinweis vorab: Falls du das Gerät als Bimby kennst, liegst du richtig. Vorwerk verkauft exakt dasselbe Modell unter dem Namen Bimby, allerdings nur in Italien und Portugal. Im Rest Europas heisst es schlicht Thermomix.
Thermomix® TM31: Der Klassiker, komplett manuell über Drehregler bedient. Ein Thermomix TM31 refurbished ist der günstigste Einstieg, wenn du ohne geführte Rezepte kochen möchtest.
Thermomix TM5: Die Touchscreen-Generation. Ein Thermomix TM5 bringt geführtes Kochen mit, braucht für Cookidoo aber ein externes Chip-Zubehör statt integriertem WLAN.
Thermomix TM6: Das aktuelle Modell und der einzige Thermomix, der noch produziert wird. Ein Thermomix TM6 bietet Cookidoo direkt am Gerät, 1g-Genauigkeit beim Wiegen und die grösste Auswahl an Kochprogrammen.
Vorwerk selbst nennt den Thermomix einen All-in-One-Kocher, und das trifft es ziemlich gut. Gemeint ist ein multifunktionaler Küchenhelfer: eine Schüssel, die Zutaten wiegt, zerkleinert, mixt, dünstet, anbrät und kocht, alles im selben Behälter und vollautomatisch gesteuert.
Genau das unterscheidet ihn von einer normalen Küchenmaschine oder einem Mixer: Letztere übernehmen nur die Vorbereitung, gekocht wird anschliessend klassisch auf dem Herd oder im Ofen. Der Thermomix kombiniert beides. Er heizt und mixt gleichzeitig und hält Temperatur und Geschwindigkeit exakt so lange, wie das Rezept es verlangt.
Die Bezeichnungen unterscheiden sich in Europa deutlich: In Deutschland spricht man von einer Küchenmaschine mit Kochfunktion, in Frankreich von einem robot cuiseur multifonction und in Spanien von einem robot de cocina multifuncion. Das Prinzip bleibt aber immer gleich.
Auch Bosch Cookit oder der Cook Expert von Magimix beherrschen geführtes Kochen. Was den Thermomix aber wirklich heraushebt, ist Cookidoo, Vorwerks eigene Rezeptplattform. Beim TM6 übernimmt Cookidoo praktisch alles: Zeit, Temperatur und Geschwindigkeit stellen sich für jeden Schritt automatisch ein, das Rezeptangebot umfasst mehr als 100.000 Gerichte, und auch Einkaufslisten und Wochenplanung laufen direkt über den Touchscreen.
Der eigentliche Vorteil zeigt sich nicht auf dem Papier, sondern im Alltag. Der Thermomix schneidet dir kein Gemüse und holt auch keine Zutaten aus dem Kühlschrank, abspülen musst du ebenfalls selbst. Aber er nimmt dir die ständige Kontrolle ab: rühren, damit nichts anbrennt, auf die Uhr schauen, Hitze anpassen, all das läuft automatisch. Es fühlt sich an wie ein zusätzliches Paar Hände in der Küche. Du kannst in Ruhe den Tisch decken oder kurz ans Telefon gehen, während das Gerät genau das macht, was das Rezept vorgibt.
Auch Profiküchen schätzen genau das, wenn auch für andere Aufgaben: bei heissen Pürees, Emulsionen, Sossen oder Ganache. Immer dann, wenn Hitze und Geschwindigkeit exakt stimmen müssen, ist der Thermomix ein Werkzeug für perfekte Wiederholbarkeit.
Trotzdem passt der Thermomix nicht in jede Küche. Der Bosch Cookit kann zum Beispiel bis 200 °C anbraten, der TM6 schafft maximal 160 °C, und das auch nur im geführten Cookidoo-Rezept, nicht als freie Einstellung. Auch beim Fassungsvermögen sieht es ähnlich aus: Der TM6 kommt auf 2,2 Liter, der Cookit auf rund 3 Liter und der Cook Expert von Magimix sogar auf 3,5 Liter. Gerade bei grossen Portionen ist das ein Punkt für die Konkurrenz.
Manche Mitbewerber bringen ausserdem spezielle Einsätze zum Raspeln, Reiben oder Schneiden mit. Beim Thermomix übernimmt ein zentrales Messer fast alles. Cookidoo kostet extra im Abo, und unabhängige Tester*innen nennen den Anschaffungspreis regelmässig als grössten Nachteil der gesamten Serie.
Das sind allerdings keine echten Schwächen, sondern bewusste Schwerpunkte: mehr Genauigkeit, ein grösseres Rezept-Ökosystem, dafür weniger Rohleistung und ein höherer Einstiegspreis.
Thermomix TM31: Das Modell, das dem Gerät seinen Ruf verschafft hat. Rein manuell gesteuert per Knopf und Regler, ohne Rezeptanzeige, mit klarem Fokus auf Heizen, Zerkleinern und Kochen.
Thermomix TM5: Der erste Thermomix mit Touchscreen und geführtem Kochen über kleine Farbcodes, nicht per Online-Verbindung, sondern über einen Chip.
Thermomix TM6: Die Idee am weitesten ausgebaut, mit WLAN, Cookidoo direkt auf dem Gerät, 1g-Genauigkeit beim Wiegen und Zusatzfunktionen wie Fermentation oder Sous-vide-Garen.
TM31 und TM5 werden beide nicht mehr produziert. Du bekommst sie nur noch gebraucht, dann allerdings ohne Herstellergarantie. Genau hier macht refurbished den Unterschied: geprüfte Geräte mit Garantie statt klassisch gebraucht.
Der grösste Unterschied zwischen den Generationen steckt weniger im Datenblatt als im Umgang mit Rezepten.
Der TM31 war ein reiner Offline-Kocher. Jede Anleitung kam aus dem gedruckten Kochbuch, eingestellt wurde komplett von Hand. Der TM5 brachte geführtes Kochen mit: über kleine farbige Chips, zum Beispiel grün für das Basis-Kochbuch oder andere für Pasta und Babynahrung. Diese wurden in die Maschine gesteckt und zeigten die Schritte auf dem neuen Touchscreen an. Später bündelte der Cook-Key all diese Chips in einem Zubehör. Der Haken: Er musste erst per WLAN und Cookidoo.it synchronisiert werden, bevor alle Rezepte aktuell waren.
Der TM6 streicht den Chip komplett. Cookidoo ist per WLAN direkt auf dem Gerät. Das heisst: Jedes Rezept steht nach der Suche sofort bereit, ohne Synchronisation und ohne zusätzliches Zubehör. Zwei unabhängige Tester*innen, beide in unterschiedlichen Sprachen, sehen genau darin den wichtigsten Unterschied, nicht in der Displaygrösse oder den Zusatzfunktionen.
Bei der Wiegegenauigkeit gab es zwischen den Generationen nur eine wirklich spürbare Änderung: TM31 und TM5 wiegen in 5-Gramm-Schritten. Das reicht für Alltagsrezepte, ist aber zu grob für exakte Mischungen. Der TM6 misst auf das Gramm genau. Das bringt spürbare Vorteile bei Gourmet-Rezepten und überall dort, wo Präzision zählt, zum Beispiel bei Kosmetik oder Putzmitteln. Hier machen wenige Gramm einen Unterschied.
Bei der Höchsttemperatur zeigt sich ein ähnliches Bild, mit einem kleinen Extra: Der TM31 endet bei 100 °C, und zwar in festen Abständen (37, 50, 60 etc.). Der TM5 geht flexibel bis 120 °C. Auch der TM6 schafft 120 °C frei wählbar und kann im geführten Cookidoo-Rezept sogar bis 160-170 °C anbraten, allerdings nur, wenn das Rezept es verlangt, nie im freien Modus. Braten auf höchster Stufe bleibt damit Cookidoo-exklusiv.
Manche Alltagsdetails haben sich stärker verändert, als die Werbung vermuten lässt. Der Spatel von TM31 und TM5 ist steif und fest, der des TM6 weich und flexibel wie ein Silikon-Teigschaber. So bekommst du Saucen leichter aus dem Topf.
Ähnlich sieht es beim Messbecher aus: Bei TM31 und TM5 liegt er lose auf dem Deckel und kann leicht herausfallen. Beim TM6 rastet er ein und kann Öl als Dünnstrahlspender dosieren, perfekt zum Emulgieren, etwa für Mayonnaise, bei laufendem Messer.
Auch der Dampfgar-Korb hat beim TM6 einen Deckel bekommen, damit sein Inhalt nicht überquillt und das Wasser besser abläuft. Der Spritzschutz ist beim TM6 Standard, weil er als einziger searing-fähig ist, TM31 und TM5 werden gar nicht so heiss. Keines der drei Modelle teilt sich Schüssel oder Messer. Selbst das TM6-Messer sitzt etwas höher als das des TM5, damit Fleisch gut anbraten kann.
Der TM6 bringt ein ganzes Menü an Funktionen mit, die seine Vorgänger nicht kennen, alle direkt per Touch erreichbar. Neben Fermentation, praktisch für Hefeteig oder Joghurt, gibt es einen exakten Sous-vide-Modus, einstellbar in 1-Grad-Schritten, dazu Wiederaufwärmen, gekochte Eier, Reiskochen, Reiben, Schälen und ein Fünf-Stufen-Reinigungsprogramm für den Topf.
Nur beim Sous-vide gehen die Meinungen auseinander: Manche Quellen schreiben dem TM5 einen groben Sous-vide-Modus zu, dann allerdings nur in 5-Grad-Schritten, viele sehen darin ein echtes TM6-Alleinstellungsmerkmal. Je nach Perspektive stimmt beides. Entscheidend ist, wie exakt du den Modus definierst. Die Fermentation ist aber in jedem Fall exklusiv für den TM6, kein Vorgängermodell bietet sie.
Der Drehregler des TM5 gibt beim Verstellen ein deutlich hörbares Klackern von sich, das sich beim TM6 fast lautlos anfühlt. Geräuschmessungen beim Kochen gibt es bislang nur für den TM6: rund 60 dB bei klassischen Gerichten wie Suppe oder Risotto, beim Mixen auf höchster Stufe aber deutlich mehr.
Zur Haltbarkeit gibt es vor allem Erfahrungsberichte zum TM6: Nach anderthalb Jahren, so berichtet eine Besitzerin, sah der Motor noch aus wie neu, die Schutzfolie blieb unberührt auf dem Display, und das Messer funktionierte weiterhin tadellos. Kleinere Kratzer aussen führte sie auf den Gebrauch in der Spülmaschine zurück.
Das spricht klar für den TM6, echte Langzeitdaten zu TM5 und TM31 fehlen allerdings weiterhin.
Zuverlässige Neupreise lassen sich nur für die Benelux-Länder belegen, deshalb dienen sie hier als grobe Orientierung. Ein TM5 kostet dort neu etwa 1.065 bis 1.100 €, dazu kommt der Cook-Key, rund 129 €, wenn du die gleiche Konnektivität wie beim TM6 haben möchtest. Der TM6 liegt zwischen 1.229 und 1.269 €. Rechnet man den Cook-Key dazu, schrumpft der Aufpreis oft auf rund 40 €, also deutlich weniger, als der erste Preisvergleich vermuten lässt. Gebraucht wird der Abstand wieder grösser: Ein gepflegter TM31 oder TM5 refurbished kostet meist deutlich weniger als ein TM6, liefert im Alltag aber trotzdem ab.
Welcher passt also zu dir? Wenn es dein erster Thermomix ist und du ohne Lernkurve direkt loslegen willst, ist der TM6 die einfachste Wahl. Hast du bereits einen TM31 oder TM5, lohnt es sich, den gesunkenen Preisunterschied gegen den Umstand abzuwägen, dass dein aktuelles Modell ohnehin keine Herstellergarantie mehr hat. Wer präzise oder aufwändig kocht, zum Beispiel Feinschmecker*innen, profitiert klar vom 1g-Wiege-Modus des TM6. Brot- oder Joghurt-Fans kommen um den Fermentier-Modus kaum herum. Und wenn du bereits auf verschiedenes TM5-Zubehör setzt: Keines davon passt auf den TM6.
Küchenkleingeräte werden deutlich seltener recycelt als etwa Handys oder Laptops. Viele bringen ihr altes Smartphone zurück in den Laden oder zum Sammelpunkt, aber kaum jemand macht das mit Mixer oder Küchenroboter. Entsprechend landen viele funktionierende Geräte im Restmüll.
Genau das spricht auch beim Thermomix gegen den Wegwerf-Trend: ein leistungsstarker Motor, ein Display, beim TM6 sogar ein WLAN-Modul, alles reparierbare Bauteile für viele Jahre Nutzung. Wer refurbished kauft, hält das Gerät im Umlauf, vermeidet Elektroschrott und spart die komplette Neuproduktion von Motor und Elektronik. Die typischen Werte für generalüberholte Elektronik zeigen: So sparst du rund 70 kg CO₂ und 100.000 Liter Wasser gegenüber einem Neukauf.
Ein Thermomix ist ganz klar kein Spontankauf, genau deshalb lohnt sich refurbished besonders. Der Neupreis liegt deutlich über dem der meisten Küchenmaschinen, und weil Thermomixe ihren Wiederverkaufswert besser halten als viele andere Geräte, fällt die echte Ersparnis beim refurbished Kauf besonders deutlich aus.
Solche Geräte laufen meist über Jahre, oft sogar ein Jahrzehnt. Deshalb lohnt sich der niedrigere Einstiegspreis nicht nur für ein Upgrade, sondern über die gesamte Nutzungszeit. Bei refurbed ist jedes Gerät refurbished. Das heisst: Es wurde professionell geprüft, gereinigt und getestet, bevor es ins Angebot kommt, es ist also nicht einfach nur gebraucht. Dazu gibt's Garantie und Testphase, damit bleibt auch das Risiko bei einem grösseren Einmalkauf überschaubar.
Ist ein Bimby das gleiche wie ein Thermomix?
Ja. Bimby ist der Vorwerk-Name für das identische Gerät, allerdings nur in Italien und Portugal. In allen anderen europäischen Ländern heisst dasselbe Modell Thermomix.
Lohnt sich ein gebrauchter TM31 noch?
Ja, wenn du vor allem manuell kochen möchtest. Er wird nicht mehr produziert und hat keine Vorwerk-Garantie mehr, aber das Grundprinzip, Zerkleinern und Kochen, funktioniert nach wie vor tadellos.
Passen TM5-Zubehörteile auf den TM6?
Mixtopf und Messer sind zwischen den Generationen nicht austauschbar, da die Temperatur- und Grössenunterschiede zu gross sind. Einzelne externe Zubehörteile passen manchmal, im Zweifel solltest du aber das jeweilige Produkt prüfen.
Ist der TM6 besser beim Sous-vide als der TM5?
Dazu gibt es geteilte Meinungen. Der TM6 bietet einen exakten 1-Grad-Modus, der TM5 schafft es grob in 5-Grad-Schritten. Je nachdem, wie streng du Sous-vide definierst, ist das ein echter Unterschied oder nur eine Frage der Genauigkeit.
Wie gross ist der Preisunterschied von TM5 zu TM6 wirklich?
Viel kleiner, als er wirkt: Mit Cook-Key für den TM5 liegt die Differenz oft nur bei rund 40 € zum TM6.
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